„Wilde50er“ verliebt in alte Zweitakt-Schätze

 

Eigentlich haben die beiden 60-Jährigen, Frank Kremer und Richard Kiefer, mit den Mittfünfziger-Pin-up-Männer- und ihrem Frauen-Kalender unter dem Titel „Wilde50er“ genug zu tun. Doch der Spaß und die Leidenschaft am Fotografieren, Gestalten und den Mopeds treibt sie darüber hinaus an. Schließlich haben sie sich in der 80-er Jahren als Teenager übers Moped fahren kennengelernt. Deshalb sind neben den „Wilde50er“-Kalendern drei weitere mit historischen Mopeds seit 2023 entstanden. Und die stehen in Qualität und Kreativität den „Wilde50er“-Kalendern in nichts nach.

 

Schließlich hat die Calvendo-Verlag-Jury den „Bella Macchina“-Kalender aus 2025 gleich mit zwei Preisen prämiert. Kremer und Kiefer erhielten den Calvendo-Jury-Preis für künstlerische Qualität und gleichzeitig die Auszeichnung „Calvendo-Gold-Selection“, die für ausgezeichnete Qualität steht. Das beinhaltet, dass der Kalender innerhalb des Calvendo-Verlages aus mehr als 30.000 Einsendungen unter die besten 100 Exemplare gewählt wurde und er in der Kategorie „Mobilität“ den Spitzenplatz bekommen hat. Unter den Titeln „Zündapp-Träume“, „Kreidler-Kult“ und dem genannten „Bella Macchina“ sind einzigartige Kalender erschienen, die die Mopeds in Szene setzen. Kremer und Kiefer zeigen in niveauvollen Fotoreihen alte Zweitakt-Schätze aus den 60ern, 70ern und 80ern. Bisher aus Deutschland und Italien, die nicht nur die Herzen der Zweitakt-Fans höherschlagen lassen.

 

Hobbybastler Kiefer konnte anfangs auf viele bestehende Kontakte in der Moped-Oldtimer-Szene zurückgreifen, die die Arbeit sehr erleichtert hatte. Stück für Stück. Heute können die beiden Kalender-Macher durch gute bestehende Kontakten aus dem Vollen schöpfen, da es nicht einfach ist, diese historischen Zweitakt-Mopeds zu bekommen. Allerdings werden, je nach Kalender, die Kreise um Marburg herum auch mal größer, um Fotos zu machen. 

 

Über Monate hinweg suchen Kremer und Kiefer nach den besten Bildhintergründen, Sonnenuntergängen, Plätzen und Ideen für die Fotos. Denn es sollen außergewöhnliche Kalenderfotos werden. Die Hilfsbereitschaft der „Moped-Menschen“ hat sich als unerschöpflich erwiesen. „Wussten wir nicht weiter, haben die Liebhaber tatkräftig unterstützt“, freut sich Kremer. Viel Szenerien wie die einer Tankstelle oder Werkhalle, einer Schlosserei, entstanden durch weitere Kontakte.

 

Insgesamt sind bisher diese drei Moped-Kalender entstanden, die die kleinen Maschinen in ungewöhnlichen und kunstvollen Fotos zeigen, wie die Macher meinen. Denn Teile der Bilder wurde schon in einigen Ausstellungen in Marburg gezeigt. „Selbst Menschen, die überhaupt nichts damit am Hut haben, waren von den Bildern beeindruckt“, so Kiefer, der weiß, dass beispielsweise ein Foto in einem Düsseldorfer Loft hängt:“ Gekauft von einer Frau, die nie Moped gefahren ist.“ Ebenso wissen Kremer und Kiefer, dass das Titelfoto des ersten „Wilde50er“-Kalenders als Fototapete nach Holland gegangen ist und dort eine Wand ziert. Für das Duo ist klar, dass sie weitermachen werden. Die Ideen gehen nicht aus. Auch die Marken und Kombinationen nicht.